Meine Top 5 OneNote Features

OneNote und Evernote gehören schon seit Jahren zu meinen favorisierten Lösungen, um Notizen digital zu speichern. Ich finde es schwierig, einem von beiden Systemen den Vorzug geben, da jedes seine Stärken und Schwächen hat. Deshalb starte ich mit einer kleinen Reihe, um vielleicht auf diesem Weg meinen persönlichen Favoriten zu finden. Zunächst will ich die wichtigsten Stärken der beiden Konkurrenten und dann die Hauptschwächen aufzuführen, um dann mein Fazit zu ziehen. Zuerst: Meine persönlichen Top 5 OneNote Features.

  1. Einer der größten Vorteile von OneNote ist die Möglichkeit, mit einer Notiz irgendwo auf der Seite zu beginnen und Objekte (Videos, Bilder, Links etc…) irgendwo einzubinden. Das gibt einem eine hohe Flexibilität und Spontaneität, wenn man schnell eine Notiz verfassen will. Das Ganze kann natürlich auch kontraproduktiv sein, da es schnell sehr unordentlich auf der Notizseite werden kann.
  2. OneNote hat eine bemerkenswerte Suchfunktion, die sehr schnell und sehr genau ist. Einer der großen Vorteile  gegenüber Evernote: Hat man aus der Suchergebnisliste den Treffer ausgewählt, der einem am vielversprechendsten erscheint, springt OneNote sofort zu dem Teil der Notiz, in der das Suchwort gefunden wurde und markiert es. Das ist ungemein praktisch, vor allem dann, wenn es sich um Notizen mit viel Text handelt. In Evernote wird das Suchwort auch markiert, man muss jedoch selbst dann zu den Markierungen scrollen.
  3. Strukturiertes Markieren und Kategorisieren: In OneNote besteht die Möglichkeit, Notizen und Teile von Notizen in Kategorien einzuordnen. Kategorien sind Markierung, die über ein Auswahlmenü hinzugefügt werden können. Das sind Markierungen wie „Hervorheben, Aufgaben, Idee“. Man kann diese Kategorien auch verändern, neue Hinzufügen inklusive Icons. Das ist zwar etwas aufwändiger als das Tagging-System von Evernote, aber es lassen sich dadurch nachher sehr schön strukturierte Suchergebnisse erzielen. Und das Besondere: Man kann diese Suchergebnisseite  nach Belieben umstrukturieren: Man kann umgruppieren nach Kategorienamen, Abschnitt, Datum, Seitentitel, Notiztext. Und man kann den Suchbereich dynamisch anpassen: Will ich nur eine Seite, einen Abschnitt, ein Notizbuch, oder alle Notizbücher untersuchen? Und das Ganze geht superschnell, da OneNote einen eigenen Suchindex aufbaut.OneNote-Suchergebnis-Kategoriesuche
  4. Das Besondere an der Suche sind aber nicht nur die Kategorisierungs- und Sortiermöglichkeiten. Extrem praktisch ist auch die Möglichkeit, sich aus einer Suchergebnisseite eine Zusammenfassungsseite erstellen lassen, die die entsprechenden Passagen zu den gefunden Notizen extrahiert. Somit kann man sich bei einer Rechereche auf einer Seite alle gefunden Textpassagen anzeigen lassen. Außerdem kann man mit einem Klick dann zur entsprechenden Notiz springen.
    OneNote-Zusammenfassungs-Seite
  5. Eine Besonderheit hängt mit der Kategorie „Aufgaben“ zusammen. Hier lässt sich mit einem Klick zum Beispiel während eines Protokolls ein Hinweis in eine Aufgabe umwandeln, was sich als Checkbox an der Seite zeigt. Diese kann später abgehakt werden. Sucht man nun nach Kategorien so kann sich explizit nur alle unerledigten Aufgaben anzeigen. Extrem praktisch, wenn sich aus Infos und Notizen viele Aufgaben ergeben. Der Clou an der Sache: Diese Aufgaben lassen sich nach Outlook transportieren und so in das eigene Aufgabenmanagement integrieren und vor allem: synchronisieren. Eine erledigte Aufgabe in Outlook wird auch in OneNote als erledigte Aufgabe anzeigt und umgekehrt. In der Kombination OneNote und Outlook erhält man somit eine tolle Kombination einer strukturierten Aufgabenmanagemen-Anwendung mit einer extrem performanten Notiz-Software.

 

 

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Digitale Identität

Aktuell sitze ich an meiner Hausarbeit im Rahmen meins Master-Fernstudiums an der TU Kaiserslautern in Erwachsenenbildung. Das Thema: Digitale Identität.

Es geht um die Frage, ob – und wenn ja wie – die Digitalisierung bestehende Vorstellungen von dem, was uns als Menschen, als Erwachsene ausmacht, verändert.

Es geht nicht um die digitale Identität im Sinne eines Rechtemanagements oder den Schutz unserer Online-Identitäten im Sinne von Accounts, Benutzerkonten, Zugänge etc.

Es geht auch nicht um die Frage, ob wir online andere Menschen sind als offline. Es geht vielmehr um die Frage, ob die digitalen Welten uns in unserer Vorstellung von dem, was uns im Innersten ausmacht, verändert.

Im Zuge der Recherche bin ich auf die Arbeiten der MIT-Professorin Sherry Turkle gestoßen. Sie beschäftigt sich schon seit den 80ern mit der Frage, wie Technologie uns als Menschen verändert. Ihre anfängliche Begeisterung und Optimismus für die Möglichkeitn der Online-Welt haben seit ihren Büchern „The second self“ (1984) und „Life on the screen“ (1995) nachgelassen.

Ich bin gerade mit dem Buch „Alone together – why we expect more from technology and less from others“ (2013) gestartet, in dem sie die durch ihre jahrelange wissenschaftliche Beschäftigung schon wesentlich mehr Fragezeichen in Bezug auf die Auswirkungen dieser Technik hat. Zunächst aber fasst sie die Entwicklung der 80er und 90er so zusamen:

„In the decade folowing the publication of The Second Self, people’s relationships with computers changed. Whereas in the 1980s that relationshsip was almost always one-on-one, a person alone with a machin, in the 1990s, this was no longer the case. By then, the computer had become a portal that enable people to lead parallel live in virtual worlds. People joined networks such as America Online and discoverd a new sense of „place“.“

Turkle, Sherry (2011): Alone together. Why we expect more from technology and less from each other. Paperback first published. New York, NY: Basic Books, S. xi.

Spielerisch die Welt retten

Manchmal lohnt es sich, durch alte Zeitungen zu gehen. Heute habe ich einen älteren Beitrag der ZEIT gelesen, in dem über die Chancen und Grenzen von Nothilfe durch humanitäre Organisation berichtet wird: http://www.zeit.de/2017/11/humanitaere-hilfe-un-ngos-entwicklungshilfe.

Im Prinzip geht es um ein System finanzieller Unterstützung, die bereits bei Anzeichen von Krisen greift und die üblicherweise notwendige Nothilfe durch Hilfslieferungen so erst gar nicht notwendig macht.

Der African Risk Capacity Fund ist eine Art Klimaschutzversicherung, der afrikanischen Staaten helfen soll, bei drohenden Ernteausfällen Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Interessant in diesem Zusammenhang ist die Frage, wie man Regierungen von Mitgliedsstaaten die Vorteile dieser Versicherung vor Augen führen kann. Auf den Seiten des ARC liest man dazu Folgendes:

To facilitate discussions on how ARC works to benefit Member States, ARC has partnered with leading game designers, Pablo Suarez and Janot Mendler de Suarez, to create a drought risk management scenario game. The purpose of the game is to catalyze discussion with senior African government officials on the cost effectiveness and impact of the African Risk Capacity (ARC), and create a dynamic and engaging environment through which government officials can evaluate the spectrum of choices related to managing drought risk (http://www.africanriskcapacity.org/2016/10/29/how-arc-works/#).

Anstatt durch Klassiker wie Präsentationen oder Elevator Pitchs zu überzeugen, gibt man Interessenten die Gelegenheit, durch ein realistisches Szenario die Relevanz des Themas zu erkunden. Wie das Spiel umgesetzt ist, kann ich natürlich nicht beurteilen, aber ich finde es klasse, dass hier der scario-based-learning approach auf so interessante Weise zum Einsatz kommt.

Das Ziel es allemal wert.

Willensstärke 

Der Psychologe Roy Baumeister hat herausgefunden, dass es hilft, in nur einem Bereich eine kleine Änderung einzuüben. Der gestärkte Willensmuskel hilft dann auch in anderen Bereichen mehr Disziplin zu haben. 

Gefunden in „Manage your day-to-day: build your routine, find your focus, and sharpen your creative mind“ Edited by Jocelyn K. Glei

Kämpferherz – Das wilde Abenteuer, einer echter Mann zu werden

Jedes Buch hat seine Zeit. Es gibt Bücher, bei denen merkt man: die verstehe ich noch nicht, die sollte ich vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt lesen. Dann vielleicht, wenn man etwas mehr an Lebenserfahrung gewonnen hat. Dann wiederum gibt es Bücher, da denkt man: Hätte ich die nur früher gelesen!

So ging es mit mit dem Buch „Kämpferherz – das wilde Abenteuer, ein echter Mann zu werden“ von John und Sam Eldredge (Brunnen Verlag, 2015). Das Thema von John Eldredge dreht sich ja schon seit vielen Jahren um das Verhältnis von Männern und Frauen und was es bedeutet, ein echter Mann zu sein. Das Buch „The sacred romance“ hatte ich vor etlichen Jahren schonmal gelesen und war begeistert.

In dem Buch „Kämpferherz“ widmen sich nun Vater und Sohn Eldredge dem Thema Mannsein, Heranwachsen, Verantwortung übernehmen. Das Ganze findet in einer sehr lebendigen Form statt. Es ist eine nachgestellte Kommunikation, die sich zwischen Vater und Sohn über längere Zeit hinzog. Nach Jahren an der Uni wendet sich Sam seinem Vater zu und bittet ihn darum, sein Coach und Berater zu werden in wichtigen Lebensfragen:

Welchen Beruf soll ich wählen? Soll ich heiraten und wann bin ich bereit dazu? Wie kann mein Glaube mitwachsen?

Diese Dialogform wirkt absolut authentisch und erfrischend. Glaubenzweifel und Unsicherheiten werden nicht schön geredet und es gibt auch keine einfachen 5-Punkte-Pläne  zu einem erfolgreichen Leben. Stattdessen gibt es ehrliche Worte und die Einladung zu einer Reise, die zielführend, aber nicht wirklich einfach ist. Mannsein, Mannwerden, Erwachsenwerden hat eben etwas mit Prozessen und Wegen zu tun. Und auf diesen Wegen gibt es Hindernisse, die man überwinden muss, an denen man auch mal scheitert und eben in diesem Scheitern lernt man wichtige Lektionen für einen neuen Versuch.

Ich habe „Kämpferherz“ mit viel Gewinn gelesen und auch, wenn meine Söhne noch nicht in dem Alter sind, in dem das Thema relevant wird, hat es mir erneut vor Augen geführt, wie wichtig die Vaterrolle ist: „Mit anderen Worten: Wir brauchen einen Vatger. Das ist das tiefste und dringendste Bedürfnis unserer Existenz. Ohnen ienen Vater bleibt und nichts als unsere Intuition, unsere unerwachsene Gesellschaft und das Internet.“ (S. 182).

Varianten personaler Kommunikation und Übergänge zur Medienkommunikation

Kübler benennt verschiede Varianten personaler Kommunikation (s.34) und zeigt die Übergänge zur Medienkommunikation auf.

  • Monolog bei Rede, Predigt, Vortrag: Hier gibt es keine unmittelbare sprachliche Entgegnung der Angesprochenen, von nonverbalen Äußerungen (Mimik, Gestik) abgesehen.

    Interessant ist der Hinweis, dass diese Kommunikationsform eine „begrenzte, räumliche Präsenzöffentlichkeit“ schafft (also nicht mehr ganz so privat).

  • Mit der Gegenüberstellung von Privatheit und Öffentlichkeit gibt es nun einen weiteren, sozial und politischen Faktor in der Kommunikationsgleichung, der nicht zuletzt durch die Snowdenenthüllungen und das Datensammeln großer Internetkonzerne von seiner Bedeutung und vor allem Notwendigkeit her, kontrovers diskutiert wird. Manche Internetevanglisten sehen den Wert „Privatheit“ als bürgerlich-antiquiert, werden manche digitalen Mahner diese Wert auch und gerade im Hinblick auf das Web verteidigen bzw. neu definieren möchten.

Personale Kommunikation

Richtig spannend wird’s bereit im zweiten Kapitel des Studienbriefs „Medienkommunikation und Medienkompetenz“, das sich schwerpunktmäßig mit Kommunikation beschäftigt.

Personale Kommunikation wird wie folgt zusammengefasst:

  1. Um von personaler Kommunikation zu sprechen, braucht es zwei Kommunikationspartner. Das leuchtet mir ein. Aber bereits beim zweiten Unterpunkt wird es knifflig. Personale Kommunikation benötigt eine „präsente Kommunikationssituation“ (S.31). Fallen somit asynchrone Kommunikationsformen wie z.B. ein Internetforum weg? Oder was ist mit What’sApp? Hier findet Kommunikation u.U. zeitversetzt statt – dann würde es schon nicht mehr passen. Antwortet man aber direkt auf die Nachricht des Gegenübers, dann wäre es doch auch eine präsente Kommunikationssituation, oder? Schwierig zu verstehen ist zudem der Hinweis, dass diese Kommunikationssituation in einem identischen Raum- und Zeitgefüge stattfindet.
  2. Der zweite Punkt ist hingegend selbsterklärend: Kommunikation ist „reversibel“, das heißt Sprecher und Hörer können die Rollen tauschen. Macht Sinn.
  3. Personale Kommunikation findet in der Regel via Sprache statt. Die beiden Kommunikationspartner besitzen somit ein überwiegend „gemeinsames Zeichrepertoire“ (S. 32). Der Studienbrief weist darauf hin, dass zudem sprachabhängige und -unabhängige Kommunikationsmittel (Codes) zum Einsatz kommen. Ich vermute damit sind so Dinge wie Tonfall, Lautstärke (sprachabhängig) und nonverbale Mittel wie Gestik oder Mimik (sprachunabhängig) gemeint.
  4. Kommunikation ist „per se reflexiv“, bezieht sich also immer aufeinander. Frage ich zum Beispiel „Wie geht es dir?“, dann wäre die Antwort „Gut“ eigentlich richtig und ausreichend, es wird aber höchstwahrscheinlich die Gegenfrage kommen „Und dir?“. Fängt man nun an, über Wortwahl oder die Frage an sich zu sprechen („Warum fragst du das gerade heute?“), so spricht man von Metakommunikation.
  5. Personale Kommunikation ist in der Regel symmetrisch. Findet Kommunikation in einem sozialen Rahmen statt, der dafür sorgt, dass sie fixiert bzw. ritualisiert wird, dann spricht man von asymmetrischer Kommunikation. Eine polizeiliche Vernehmung eines Verdächtigen wäre vielleicht eine solche asymmetrische Kommunikation. Man kann sich schwer vorstellen, dass ein Verdächtiger auf die Frage „Wo waren Sie gestern zwischen 18 und 22 Uhr?“ mit einer Gegenfrage antwortet (außer vielleicht im Münsteraner Tatort)
  6. Personale Kommunikation ist prinzipiell „unabgeschlossen“. Sie „kreiert ständig neue Anschlusskommunikationen“ (es sei denn einer der Gesprächspartner geht aus der Situation heraus).
    Hier bin ich mir nicht ganz sicher. Das Herausgehen aus einer Situation kann auch innerlich stattfinden. Wenn zwei Gesprächspartner, die normalerweise wenig miteinander reden, in einem sozialen Kontext aufeinandertreffen, wo man quasi „gezwungen“ ist Konversation zu betreiben, dann kann es plötzlich sein, dass einer der Gesprächspartner, das Gespräch beendet – also innerlich geht – aber noch physisch in der Situation bleibt.
  7. Am schwierigsten ist der letzte Punkt: „Personale Kommunikation bedient sich primär keiner materieller und/oder technischer Medien“ – von Sprache als Medium mal abgesehen (S.32).Wenn zwei Menschen miteinander telefonieren oder chatten, dann handelt es sich doch auch um zwei Personen, auch wenn das Medium „Stimme“ durch das Telefon sozusagen verlängert wird. Hier frage ich mich, ob nicht ein veralteter Technikbegriff vorausgesetzt wird. Ich sehe die Entwicklung in unserer Mediengesellschaft eher dahingehend, dass das Medium immer mehr mit der Person verschmilzt. Das Medium Internet-PC war noch ein Medium, das ich aufgesucht habe um mittels eines Kommunikationskanals wie E-Mail zu kommunizieren. Mein Smartphone trage ich immer bei mir, es ist – wenn auch noch extern – fast ein Teil von mir. Noch näher kommen mir Devices wie Google Glass oder das neue Projekt aus dem mächtigen Medienunternehmen in Mountain View, das das Internet in unsere Kleidung bringen will.