Glaube und Grabsteine

Stammkunde zu sein ist etwas Schönes. Es zeigt, dass man von einem Produkt überzeugt ist, eine gute Wahl getroffen hat. Vor ein paar Tagen hat mich eine Bildhauerin als Stammkunden bezeichnet, weil sie vor 13 Jahren einen Grabstein für meinen Vater gemacht hat und sie nun von uns beauftragt wurde, einen Grabstein für meine Tante zu gestalten, die im letzten Jahr mit 86 Jahren verstorben ist.
Wenn man sich mit dem Sterben eines lieben Menschen auseinandersetzt, wird einem bewusst, wie endlich das Leben ist. Und dass auch das schönste Leben einmal vorbei ist. Auch das Leben, das so viel Gutes getan hat.
Der Gedanke, Stammkunde einer Firma zu sein, die Grabsteine herstellt, erschien mir ungewöhnlich. Doch irgendwie hat sie recht. Und eines Tages werden Menschen nach uns zu solchen Stammkunden werden. Der Gedanke zeigt, dass wir mitten im Leben vom Sterben umgeben sind. Wir verdrängen es oft, lagern es aus in Krankenhäuser und Seniorenheime – und doch: Mitten im Leben ist der Tod so nah. Die Hoffnung, die mich trägt, ist, dass es Etwas gibt, was näher ist: die Liebe. Es erinnert mich an einen Bibelvers: „Nun aber bleiben Glauben, Hoffnung, Liebe, diese drei – die größte aber unter ihnen ist die Liebe“.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s